Was ist Palliativmedizin?

Eine Pflegekraft mit einem Patienten im Garten der Palliativstation

Eine Pflegekraft mit einem Patienten im Garten der Palliativstation

Die Palliativmedizin behandelt Patienten mit nicht heilbarer Erkrankung. Besonders häufig leiden diese an fortgeschrittenen Krebserkrankungen. Das zugrunde liegende lateinische Wort „Pallium“ bezeichnet einen Mantel, der den Kranken in seinem Leid und Schmerz schützend und wärmend umhüllt, auch wenn das Fortschreiten der Krankheit selbst nicht mehr verhindert werden kann.

An der Universitätsmedizin Mainz besteht seit 2005 eine  eigene Abteilung für Palliativmedizin. Auf der dazugehörigen Palliativstation sowie auf den Akutstationen der Universitätsmedizin werden jährlich über 800 Palliativpatienten betreut. Zum Team gehören Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen (Anästhesie, Innere Medizin, Neurologie), spezialisierte Pflegekräfte mit Palliative-Care-Weiterbildung, Physiotherapeuten, Psychologen, Seelsorger, Sozialpädagogen sowie ehrenamtliche Mitarbeiter. Ihre gemeinsame Sorge gilt der bestmöglichen Betreuung der Patienten und ihrer Angehörigen, die sich ihnen in einer der schwierigsten Lebenssituationen anvertrauen.

Einblicke und Antworten gibt Prof. Weber, bis 2022 Leiter der Abteilung für Palliativmedizin, im Interview:

Schwerpunkte der Betreuung sind

  • Linderung quälender Beschwerden wie z.B. Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und Erbrechen
  • Durchführung einer spezialisierten palliativen Pflege
  • Physiotherapie zum Erhalt oder zur Wiedergewinnung der Mobilität und zur Linderung von Schmerzen des Bewegungsapparates
  • Unterstützung bei der Bewältigung seelischer und psychosozialer Belastungssituationen
  • Begleitung, Beratung und Unterstützung von Angehörigen
  • Weitere Therapieangebote wie Musik- und Kunsttherapie

Nach erfolgreicher Linderung von Schmerzen und anderen Problemen können viele Patienten wieder von der Station entlassen werden. Hierzu wird umfassende Hilfestellung bei der Organisation der häuslichen oder hospizlichen Weiterbetreuung geleistet. Die Palliativstation arbeitet hier insbesondere mit dem ambulanten Hospiz- und Palliativteam der Mainzer Hospizgesellschaft und dem stationären Christophorus-Hospiz in Mainz eng zusammen.

Über die Räumlichkeiten und Strukturen der Palliativstation gibt der folgende kleine Film Auskunft:

Weitere Einblicke in das Konzept der Palliativmedizin geben ein von Stiftungsratsmitglied Susanne Conrad verfasster Bericht über eine Patientenbegleitung, der in der Weitere Einblicke in das Konzept der Palliativmedizin geben ein von Susanne Conrad verfasster Bericht über eine Patientenbegleitung, der in der Mitarbeiterzeitschrift der Universitätsmedizin veröffentlicht wurde (zum Artikel) sowie das 2015 anläßlich des 10jährigen Bestehens der Palliativstation von Michael Albus herausgegebene Buch „Alles ist Übergang“, das in Interviewform Erfahrungen von Patienten, Angehörigen und Mitarbeitenden der Palliativstation wiedergibt (zur Buchbesprechung) und 2020 in einer mittlerweile vergriffenen erweiterten Neuauflage erschien (Restexemplare  können über info@palliativstiftung-mainz.de angefordert werden).

Die persönlichen Erfahrungen des langjährigen Leiters der Abteilung können in einem Vortrag aus dem Jahr 2021 („Vom Leben und vom Sterben auf einer Palliativstation“) sowie in dem gemeinsam mit Michael Albus herausgegebenen Buch „Begleiter in der Dunkelheit – als Arzt auf einer Palliativstation“ nachgelesen werden.

Weitere Informationen: